Zustand nach Restaurierung: Ölmalerei (Ausschnitt) auf Leinwand, ca. 104 x 91 cm, etwa in den 1960iger Jahren auf Hartfaser-platte doubliert. Die vormaligen Eingriffe: bereits starke Dünnung wie auch die Verpressung von Malschichten und die Durchtränk-ung der Malerei mittels Harz-Wachs-Doublierung, führten zur irreversiblen Malschichtbeschädigungen und unumkehrbaren Materialveränderungen.
Ihr Weg zur Konservierung/Restaurierung
Die Konservieurng/Restaurierung trägt entscheidend zur Erhaltung von Kunstwerken bei. Die Prävention, also die objektschonende Aufbewahrung unter material-spezifischen Klimabedingungen trägt entscheidnend zur langfristigen Erhaltung Ihres Kunstwerks bei. Alterungsprozesse können verlangsamt und Restaurierungen ggf. vermieden oder auf ein Minimum reduziert sein.
- Wenn Sie Veränderungen, vielleicht sogar Beschädigungen an Ihrem Kunstwerk bemerken und sich Lösungen zur Erhaltung wünschen, kontaktieren Sie mich gern. – Oder, Sie möchten wissen, wie Sie Ihre Kunst bestmöglich aufbewahren, ausstellen oder schadensfrei transportieren?
- Ihre Informationen und Fotos (Gesamtansichten und Details) lassen gegebenfalls eine erste Einschätzung zu
- Die unverbindliche Erstberatung bei mir im Atelier oder bei Vorort beim Exponat gibt Ihnen erste Einblicke in die Möglichkeiten der Konservierung/Restaurierung
- Voruntersuchungen mit dem Konzept der Konservierung/Restaurierung* geben Aufschluß über Zustand, Maßnahmen-, Zeit- und Kostenaufwand
- Meine Tätigkeit als Restauratorin soll transparent und nachvollziehbar sein. Sie wird schriftlich und fotografisch dokumentiert.
- Die Einbeziehung meiner KundInnen und Ihrer Fragen sind Teil des Restaurierungsprozesses
- Jedes Kunstwerk, inklusive seiner Geschichte, ist einzigartig. Jede Restaurierung unterliegt einem individuell abgestimmtem Prozess
- Neue Ergebnisse und veränderte Sachlagen können im bereits laufenden Prozess u.U. die Anpassung an konzeptionelle Maßnahmen nötig machen. Veränderter Aufwand und Kosten werden so zeitnah, wie eben möglich, mit KundInnen abgeklärt.
* kostenpflichtig
Beispiele der Konservierung/Restaurierung
Malerei auf Leinwand
Vorzustand mit vergilbtem Firnis, Schmutzablagerung und Bereichen verspröderter Malschichten
Zwischenzustände und Details: immer mit Dokumentation. Hier der Zustand von pastosen und versprödeten Malschichten
Detailansicht während der Reinigung der Malschicht
Zwischenzustände im Detail: Malschichten nach Reinigung und Festigung
Manchmal ist auch das Abspannen vom Keilrahmen nötig, etwa wenn dieser zu weich und stark beschädigt ist, und dem Gemälde zu wenig Stabilität bieten kann
Endzustand: Gemälde nach Restaurier-ung
Malerei auf Holz – Tafelmalerei
Vorzustand: mit verbräuntem Firnis und bereits vorgeschädigten Mal-schichten
Voruntersuchung und Dokumenta-tion: Detail eines vormaligen Eingriffs, eine irreversible Beschädigung. Seither fehlen dem Schlittschuhläufer in der Bildmitte Teile seiner Beine und Füsse
Voruntersuchungen in Detail: unter anderem mit Lösemittelproben. Eine Schichtentrennung zur Abnahme eines vergilbten Firnis stellt die Lesbarkeit eines Werks wieder her, soll aber in keinem Fall die Malerei beschädigen
Zwischenzustand: die kontrollierte Firnisabnahme mittels Kompressen, einem zuvor geprüften Verfahren, sichert die schonende Schichtentrenn-ung ohne mechanische Belastung und Dünnung von fragilen Malschichten.
Endzustand nach der Restaurierung im originalen Zierrahmen
Malerei auf Papier
Eine Malerei mit Ölfarbenstiften auf ca. 38 x 28 cm großem Papier des Dt. Künstlers Paul Paeschke (*1875 – ꝉ 1943).
Vorzustand eine Malerei im festen Verbund mit Passepartout und Rück-seitenkartons (hier bereits ohne Zierrahmen und Glas)
Zwischenzustand: Untersuchung der ca. 1,5 x 1 cm großen, wachsartigen Ausblühung auf der Gemäldeoberfläche
Zwischenzustand: Probennahme zur Analyse mittels FTIR-Spektroskopie durch ein auf Restaurierung speziali-siertes Archäometrie-Labor. Nachge-wiesen wurden migrierte Ölbindemittel (Ölsäure), die, infolge von Feuchtigkeits-eintrag im geschlossenen Rahmensys-tem, materialzerstörende Reaktionen von Inhaltsstoffen des Malmittels auslösten
Endzustand: Die Ölfarbenstift-Malerei bedarf einer Aufbewahrung bei max. 50% relative Luftfeuchtigkeit, um Veränderungen mit Zerstörung der Malerei vorzubeugen
Malerei auf Fotografie
Vorweg zu schicken ist: ich bin keine Restauratorin für Fotografie. Jedoch versuche ich mit einem weiten Netzwerk aus spezialisieren und sehr erfahrenen KollegInnen Lösungen für Kunstwerke mit besonderen Herausforderungen zu finden.
Vorzustände: eine großformatige, ovale Fotografie, ca. 1860/70 mit Schimmel-befall unter Glas
Ein älterer Feuchtigkeitsschaden führte unter anderem zu Deformationen am papiernen Träger.
Schimmelbefall und Deformationen konnten behoben, und die Verschmutzungen entfernt werden.
Rekonstruktionen von fehlenden Elementen an Zierrahmen
Zierrat und Dekorationen können verloren gehen. Ihre Rekonstruktion erfolgt anhand des Originals, bilderhauisch in Holz und/oder modelliert mit historischen Kreiden und Bindemitteln.
Rekonstruktionen von fehlenden Elementen an Skulpturen
Am Beispiel der polychrom-gefassten Holzskulptur ‚Erzengel Michael‘ von ca. 1680 aus der Neapel-Region (Italien). Reemtsma Stiftung/ Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg. Restaurierung: 2010/11
Zwischenzustände: Dem Dämon des Erzengel Michael fehlte nicht nur ein Ohr, sondern auch sein Attribut in der rechten Hand
Zwischenzustand: das Wellenmesser-chen (hier als handgeschnitzter Rohling) könnte, nach Belegen der Litatur, Teil seiner vollständigen Erscheinung sein (eine reversible Zutat)
Endzustand im Detail: die farbige Fassung und Veredelung mit Blattsilber ist Teil der Rekonstruktionen. Die Ver-vollständigung von Skulpturen kann im kirchlichen Kontext nötig sein
Zwischenzustand: der Erzengel Michael-Skulptur (ohne Attribute) während der Restaurierung
Exponate aus Metall
Untersuchung der Oberflächenveredelung und konservatorische Rekonstruktion an einer Buddha-Büste im Sukothai – Stil
Vorzustand der Buddha-Büste
Vorzustand im Detail: Die rückseitigen Beschädigungen der monochromen Oberfläche, infolgedessen es zu grün-/ weißlichen Ausblühungen kam
Endzustand nach Restaurierung: Partielle Rekonstruktion der Ober-fläche/Fehlbereiche am Hinterkopf
Vom Verlust bedrohte Exponate: Holzschädinge
Eine indische Skulptur, Holz stark geschwächt durch Anobienbefall
Vorzustand: Vorderseite der Skulptur
Vorzustand: Ausschnitt der rückseitigen Skulptur mit einem stark dezimierten Flügel
Zwischenzustand (Detail): die gefestigten Flügel
Zwischenzustand: Montage der gefest-igten Flügel mit kleinen Holzdübeln statt der vormaligen Nagelung (Prävention), ohne Rekonstruktion der fehlenden Flügelbereiche
Endzustand nach Restaurierung: mit mehrfachen Festigungsdurchgängen gelangte das vormals stark wurm-stichige, weiche Holz zu neuer Stabilität